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085: leavinghomefunktion - Auf dem Landweg nach New York

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085: Auf dem Landweg nach New York

 

Die Leaving-Home-Funktion bezeichnet das Feature, mit dem Autos den Weg zum Fahrzeug ausleuchten, um ihn noch sicherer zu machen.

Das genaue Gegenteil hat sich das 5-köpfige Künstlerkollektiv im Herbst 2014 zum Ziel gesetzt: Raus aus der Sicherheit - rein in die Ungewissheit. Mit 5 sowjetischen Ural 650 Motorradgespannen sind sie aufgebrochen, um das Unmögliche zu wagen: Eine Reise auf dem Landweg nach New York.

Im MoTcast berichten sie über ihre Erfahrungen, Abenteuer, Lehren und Einsichten nach unfassbaren 2,5 Jahren, 43.000 km und 972 Breakdowns diversester Art.

 

 

"Was Manager von Künstlern lernen können? Der Kernpunkt ist, die Ungewissheit zuzulassen. Sie aushalten und eine kreative Lösung finden. Den Fehler nie als Fehler sehen, sondern als Chance."
 

 

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Über leavinghomefunktion

Das Künstlerkollektiv leavinghomefunktion besteht aus Elisabeth Oertel, Efy Zeniou, Anne Knödler, Kaupo Holmberg und Johannes Fötsch. Mit ihrer Homebase in Halle (Saale) führen sie gemeinsam den ersten Teil der Vorbereitung der Reise des leavinghomefunktion-Projektes fort. Nach dem Buch arbeiten sie aktuell an ihrem ersten Kinofilm. 

leavinghomefunktion: Johannes, Efy, Anne, Kaupo und Elisabeth (von links).

 

 

Die Geschichte einer unfassbaren Reise

Im Herbst 2014 brachen wir aus Deutschland auf. Auf der Suche nach einem Landweg, der uns in Richtung Osten bis in den Westen führen würde. Kompression, Zündzeitpunkt oder Ventilspiel waren alles Fremdworte bei unserem Umgang mit den alten Ural 650 Motorrädern, die uns als Transportmittel und mobiles Studio dienen sollten. Nach 25 km hatten wir bereits die erste größere Panne und nach 5.000 km richteten wir unser erstes Wintercamp in Georgien ein.

Auf dem Landweg nach New York - Sieht doch gar nicht so schwierig aus ...

Im ständigen Kampf gegen Wind, Wetter und russische Technik überwunden wir Berge aus Bürokratie, um auf abenteuerliche Weise herauszufinden, was Entfernung wirklich bedeutet. Die folgenden 40.000 km waren die volle Dosis Erfahrung – es ging durch Kasachische Gewitter und durch die mongolische Wüste, entlang tausender Kilometer Wellblechpiste – pausenlos gejagt von sibirischen Tigermücken. Dort, wo Sibirien endet und der Fernen Osten Russlands beginnt, stellten wir uns der nächsten großen Herausforderung: Die ‘Old Road of Bones’. Diese Straße als “unbefahrbar“ zu beschreiben, würde die ganze Sache wohl am treffendsten beschreiben – doch schaut selbst … 300 km Sumpf, Flüsse und Schlamm später war bereits absehbar, dass die Dinge auf dem Landweg nach New York City zunehmend mühevoller wurden – vor allem weiter nördlich, Richtung Beringstraße, wo die Reise zu Lande final zu Wasser fortgesetzt wurde.

Abfahrt aus Halle (Saale) am 07. September 2014 um 16:00 Uhr

NUN! Nach einer Winterpause in Kanada hatten wir den schwimmbaren Amphibien-Prototyp der Ural 650 entwickelt und die notwendigen finanziellen Mittel zusammengetragen, um in den Fernen Osten Russlands zurückkehren zu können. Hier wartete der absolute Gipfel unserer Reise: 1600 km Flussfahrt auf dem entlegenen Kolyma mit einem Floß, das von den Teufelsmotoren der 650iger Ural Maschinen angetrieben wurde hinauf bis zur Mündung in den Arktischen Ozean. Durch das Tschukotkische Outback ging es anschließend weiter über Kamchatka auf die andere Seite.

Von Anchorage trug uns der Weg durch die Weiten Alaskas – bis nach Kanada. Unzählige Pannen waren ein stetiger Begleiter, der uns oftmals in Kontakt mit wunderbaren Menschen und atemberaubenden Geschichten brachte. Mit kleineren und größeren Umwegen schließlich auf der Zielgeraden – entlang der Westküste bis nach Los Angeles – trudelten wir am 10.01.2017 um 15:04 Uhr mit Pauken und Trompeten in NEW YORK CITY ein. Gelbe Taxi-Schwärme und das Smartphone-Blitzlichtgewitter ungläubig starrender Fußgänger bereiten einen ungewohnten Empfang und den Auftakt zu einem großartigen Grande Finale.

Manhattan Bridge, New York City, Januar 2017 – Grande Finale nach 40.000+ Kilometern

Die komplette Bilderstrecke findet ihr auf leavinghomefunktion.com/de/ural-650-long-story-short.

 

Buchtipp: Auf dem Landweg nach New York

Auf dem Landweg nach New York 
4 Ural-Motorräder – 43 000 Kilometer – 972 Breakdowns

Willkommen in unserem Beiwagen! Wir – Anne, Efy, Elisabeth, Johannes und Kaupo – manövrieren euch auf klapprigen russischen Motorrad-Gespannen kreuz und quer durch drei Kontinente, stets Richtung Osten: durch Kasachstan, die Mongolei, den Fernen Osten Russlands, über Alaska und Kanada bis nach New York City. Dabei werden wir in unzählige mechanische, körperliche und bürokratische Breakdowns verwickelt. 

Es mag absurd klingen – doch nur aufgrund dieses lückenlosen Pannen-Theaters treffen wir die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus, mit deren Hilfe das Vorankommen bis in die entlegensten Zipfel der Welt überhaupt erst möglich wird. Es mag absurd klingen – doch nur aufgrund dieses lückenlosen Pannen-Theaters treffen wir die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus, mit deren Hilfe das Vorankommen bis in die entlegensten Zipfel der Welt überhaupt erst möglich wird.

Wenn ihr euch stilecht auf das Lesen dieses Buches vorbereiten wollt, putzt euch die Zähne mit einem Zahnpasta-Sand-Gemisch, um den stetigen Steppen-Wind zu schmecken. Schmeißt euer Navigationssystem aus dem Fenster, denn bald gibt es sowieso keine Straßen mehr. Nehmt eine eiskalte Dusche direkt aus dem Gartenschlauch eures Nachbarn, um eine Vorstellung davon zu erhaschen, was es bedeutet, 1600 Kilometer den ungezähmten Lauf des Kolyma Flusses bis zum Nordpolarmeer hinunter zu fahren. 

Das offizielle Buch "Auf dem Landweg nach New York" - hier bestellen!

 

Zitate und Statements aus der Sendung

"Unsere Mission war zum Scheitern verurteilt. Es war ein utopischer Plan."
 
"Wir wollten unser Wissen infrage stellen."  
 
"Es war völlig unmöglich zu sagen, was wir brauchen. Wir haben so etwas noch nie gemacht - woher sollten wir es also wissen?"
 
"Wir waren so langsam, dass wir unterwegs lernen konnten."
 
 
Offen für neue Gespanne und tierische Abenteuer
 
 
"Unser Motiv: Wir wollten uns neuen Herausforderungen stellen und lernen."
 
"Die Ural 650 ist bekannt für ihre Pannen. Aber wir hätten es mit keinem anderen Motorrad geschafft."
 
"Wir wollten nicht Motorrad fahren. Wir wollten Leute und Länder kennenlernen. Die Motorräder haben uns die Türen geöffnet."
 
"Was wir gelernt haben, ist Zuversicht - in jeder noch so aussichtslosen Situation."
 

Video: A review and preview of 25 000 kilometers behind us and what will follow ... the Kolyma challenge. One of siberian coldest and most isolated rivers - where we will float down with our Ural Motorcycles.
 
 
"Wir haben eine Vision für den Tag entwickelt - und selbst die ist wie eine Seifenblase zerplatzt. Alle Erwartungen an einen Plan wurden regelmäßig über den Haufen geworfen." 
 
"Wir waren irgendwann ein Organismus."
 
"Wir haben das übliche Verständnis von Scheitern nicht akzeptiert."
 
"Es gab fast 1.000 mechanische Pannen, bürokratische und soziale."
 
 
Jede Abschlepphilfe wurde dankbar angenommen

 
"Es ging um Commitment. Was bist du bereit für den anderen zu geben? Und wie weit kannst du dein Ego hinten anstellen?" 
 
"Es gab keine klassische Hierarchie. Keiner konnte ein Machtwort sprechen."
 
"In so einer Gruppe bist du nicht austauschbar."
 
"Es hat niemand gesagt 'Nein, mach das nicht!'. Das macht niemand in Russland. Dort kannst du noch Fehler machen."

 

Wie wird aus einem Motorrad ein Boot? Es gab da einen Plan ...
 
 
"Wie viel Benzin braucht eine Ural 650 auf dem Wasser? Keine Ahnung."
"Auf dem Fluss wussten wir, wir können nicht mehr zurück."
 
"Wir haben uns auf der Reise nicht mehr in Lebensgefahr begeben, als wenn wir hier vor die Haustür gehen."
 
"Wir haben gelernt, dass uns viel mehr mit der lokalen Bevölkerung verbindet, als das, was uns trennt."

 

Das wohl ungewöhnlichste Floss der Welt - bestehend aus 4 Ural 650 Gespannen und 8 Schwimmkörpern
 
 
"Die Politik eines Landes hat nichts mit den Menschen zu tun."
 
"Die 3. Etappe war das Absurdeste, was wir jemals gemacht haben."
 
"Natur? Da gibt es etwas, das größer ist als du - und das bestimmt, ob du fährst oder nicht."
 
"Die Natur ist dein ständiger Begleiter und zeigt dir erstmal, wo dein Platz eigentlich ist."
 
"Wir haben immer nach dem Punkt gesucht, wo es nicht mehr weitergeht."
 
Keiner war ein Mechniker, aber jetzt zerlegt jeder der 5 seine Ural 650 im Schlaf. Und er baut sie auch wieder zusammen.
 
 
"Wir haben sehr, sehr viel dafür getan, um so weit zu kommen."
 
"Wir waren ganz oft eine Zumutung für die Leute."
 
"Irgendwann kommt der Punkt, wo man sich keine Namen mehr merken kann. Wo so viel passiert ist, dass dein Kopf nicht mehr hinterherkommt."
 
"Wenn du dir nicht die Zeit nimmst, über das nachzudenken, was passiert ist, ist es irgendwann gar nicht passiert." 
 
 

Ein ganz neues Gefühl: Ankommen. via GIPHY

 

"Vorher haben wir Kunst studiert und waren in unserer Blase. Und plötzlich haben wir alle Arten von Realität getroffen auf dieser Reise."
 
"Man muss keine Angst haben vor dem Scheitern. Gescheitert ist man nur, wenn man wirklich aufgibt und nicht, wenn man das Problem sieht, daraus lernt und es beim nächsten Mal einfach anders macht."
 
"Was Manager von Künstlern lernen können? Der Kernpunkt ist, die Ungewissheit zuzulassen. Sie aushalten und eine kreative Lösung finden. Den Fehler nie als Fehler sehen, sondern als Chance."
 
"Unsere Gruppe hat funktioniert, weil alle das machen wollten und weil alle Bock drauf hatten. Und keiner wäre nachhause gefahren, nur weil wir uns morgens mal über Dosenfleisch gestritten haben." 
 
"Wir mussten als Firma erfolgreich sein. Ehrgeiz ist dabei eine der wichtigsten Charaktereigenschaften. Ehrgeiz und Durchhaltevermörgen."
 
 
 

Links zur Sendung

 

Mein Dank gilt Anne, Elisabeth und Johannes für die temporäre Familienintegration in der unkompliziertesten aller Arten in Halle, die Tour zu Originalschauplätzen "der Kinder", viel Zeit für Hintergründiges und den Abend in der illegale Gartensauna! Danke auch an Manuela Palla und Christophe Souter von der Open Mind Academy für die Entdeckung und die initiale Zusammenführung auf dem Querdenker-Retreat im Januar in Zürich.

Eine Ehre und ein gnadenloser Fake: Ich kann gar kein Motorrad fahren ... aber was heisst das schon ;).

 

 

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