English

#MoTcast

motcast #69

Zukunftsgeschichten - Im Dialog mit Science Fiction Autor Andreas Eschbach (069)

Andreas Eschbach
Special Guest Andreas Eschbach

Download (Episode 069)

Andreas Eschbach - Zukunftsgeschichten (069)

Zukunftsgeschichten bewegen - insbesondere, wenn sie potenzielle Wirklichkeiten zu Ende denken und die Konsequenzen ausmalen. Kaum jemand in Deutschland beherrscht dieses Metier so großartig wie Science Fiction Bestseller-Autor Andreas Eschbach. Im Dialog mit Ingo Stoll und Frank Sonder spricht er über sein neues Buch 'NSA - Nationales Sicherheit-Amt', WIR-Bewegungen echter Veränderung und seine Zukunftshoffnungen.

 

"Die Technik treibt uns - nicht wir die Technik."

 

 

Über Andreas Eschbach

Studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik, wechselte aber noch vor dem Abschluß in die EDV-Branche, arbeitete zunächst als Softwareentwickler und war von 1993 bis 1996 geschäftsführender Gesellschafter einer EDV - Beratungsfirma. Nach fast genau 25 Jahren in Stuttgart lebt er seit September 2003 mit seiner Frau in der Bretagne. 

Schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Im Sommer 1994 Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs", im Frühjahr 1995 erscheint als erster Roman "Die Haarteppichknüpfer" bei Schneekluth, München, der 1996 den Literaturpreis des Science Fiction-Clubs Deutschland erhält. 1996 erscheint als zweiter Roman "SOLARSTATION", ebenfalls bei Schneekluth, der im Jahr darauf den Kurd-Laßwitz-Preis erhält. Im Herbst 1998 erscheint der Thriller "Jesus Video", der im Jahr darauf insgesamt 3 literarische Preise gewinnt und in der Taschenbuchausgabe 2000 zum Bestseller wird. Im Herbst 1999 erscheint der Roman "Kelwitts Stern", außerdem die französische Ausgabe von "Die Haarteppichknüpfer" - der erste deutsche Science - Fiction - Roman seit 18 Jahren, der in Frankreich veröffentlicht wird. Im darauffolgenden Jahr erringt diese Ausgabe außerdem je einen französischen und einen belgischen Literaturpreis. 

Im Jahr 2001 erscheint bei Arena, Würzburg, das erste Jugendbuch, "Das Marsprojekt", dem bald weitere Romane für ein jugendliches Publikum folgen. Die Geschichte um das Universum der Haarteppichknüpfer wird mit "Quest" (ebenfalls 2001, bei Heyne, München) weiter ausgebaut; auch dieses Buch gewinnt den Kurd-Laßwitz-Preis. Im Herbst 2001 schließlich erscheint als bislang umfangreichstes Werk der Roman "Eine Billion Dollar", zugleich beginnt der in "Echtzeit" geschriebene Fortsetzungsroman "Exponentialdrift" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" - ein Experiment, das bis zum Juni 2002 fortgesetzt wird. Ferner wird der Roman "Jesus Video" fürs Fernsehen verfilmt; die Produktion, die im Dezember 2002 erstmals ausgestrahlt wird, beschert dem Sender Pro Sieben Rekord-Einschaltquoten, entäuscht jedoch die meisten derjenigen, die das Buch gelesen haben. 

Gehört seit dem Erfolg von "Eine Billion Dollar" zu den Topautoren des Lübbe-Verlags. Es folgten "Der Letzte seiner Art" (2003), "Der Nobelpreis" (2005), "Ausgebrannt" (2007), "Ein König für Deutschland" (2009) und "Herr aller Dinge" (2011), die alle Bestsellerstatus erreichten. Daneben erscheinen im Arena-Verlag die Jugendromane "Perfect Copy" und "Die seltene Gabe", außerdem "Das Marsprojekt" als fünfteilige Romanserie und die Trilogie "Black*Out", "Hide*Out" und "Time*Out". 

In zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Niederländisch, Japanisch, Polnisch, Tschechisch, Lettisch, Finnisch, Türkisch, Koreanisch sowie - eine seltene Ehre für nichtenglische Autoren - ins Englische: Im April 2005 erschienen "The Carpetmakers", die US-amerikanische Ausgabe der "Haarteppichknüpfer", bei TOR Books, New York, im Januar 2014 "Lord of all things", die US-amerikanische Ausgabe von "Herr aller Dinge", bei AmazonCrossing, Seattle. 

Quelle: http://www.andreaseschbach.de/vita/vita.html 

 

Zitate und Statements aus der Sendung

"Google tritt dir nicht morgens um vier Uhr die Tür ein. Regierungen machen das dauernd, weil du etwas Falsches gesagt hast oder den falschen Gott anbetest."

 

"Das muss man mal ausmalen, weil die meisten Leute sich das nicht vorstellen können."

 

"Wer Happy-End-Bücher braucht, sollte Abstand von diesem Buch (a.d.R. NSA) nehmen."

 

 

Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reiches überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, widersetzt Helene sich. Dabei muss sie nicht nur gegen das Regime kämpfen, sondern auch gegen ihren Vorgesetzten Lettke, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet … 

 

 

"Diese Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) - wovor schützt die uns eigentlich? Das hat mir bisher noch keiner beantworten können."

 

"Die Bücher, die die Welt verändert haben, waren eher philosophischer Natur."

 

Andreas Eschbach über Reaktionen auf sein Black Out Szenario einer Kollektivintelligenz und den totalen Verlust der eigenen Individualität:
"Ich habe gedacht, dass dann jemand mal 'huch' sagt, aber es ging immer nur darum, ob es unterhaltsam ist oder nicht."

 

"Die Frage nach dem Sinn seines Tuns darf man sich als Autor nicht so intensiv stellen."

 

 

"Mir geht es ein wenig wie Jules Verne, der in seinen jungen Jahren Technologieoptimist war. Man kann an seinen Büchern ablesen, wie er nach und nach zum Pessimisten geworden ist."

 

"Ich sehe, dass nicht wir die Technologie entwickeln, sondern die Technologie uns."

 

"Einer erfindet irgendetwas und der Rest der Welt muss damit leben."

 

"NSA ist kein Buch über die Zukunft. Es ist ein Buch über unsere Zeit. (...) Das Dritte Reich ist nur eine Vorlage, bei derman ganz vieles nicht mehr erklären muss."

 

"Verschlüsselung reicht nicht. Wir wissen nicht, ob das wirklich sicher ist und außerdem macht man sich dadurch erst recht verdächtig." 

 

"Man findet auch die, die über die man nichts findet."

 

"Das Einzige, was wirkloch etwas verändern könnte, wäre eine gesamt-gesellschaftliche Veränderung des Bewusstseins - dahingehend, dass man einfach bestimmte Sachen nicht mehr akzeptiert."

 

Podcasting im kuscheligen Hotelzimmer. Check.

 

"Es braucht ein kollektives Nichteinverstandensein mit gewissen Dingen, so wie man Sklaverei ablehnt oder Folter."

 

"WIR großgeschrieben wollen das nicht - das ist die einzige Kraft, die etwas verändern kann. WIR hat die DDR gestürzt. Gegen ein so großgeschriebenes WIR gibt es keine Regierungsmacht, die dann etwas machen kann, weil Regierungen immer darauf angewiesen sind, dass alle mitspielen."

 

"Das Internet ist noch in den Kinderschuhen. Da muss man noch vieles lernen als Menschheit."

 

"Happy Ends sind die große Herausforderung unserer Zeit. Es muss aber glaubwürdig sein. Und ich muss es mir auch glauben können."

 

Co-MoTcast-Moderation mit Frank Sonder.

 

"Ich weiß zur Zeit auch ehrlich gesagt nicht, wie das alles einmal enden oder weitergehen soll."

 

"Die warnende Science Fiction versucht den Impuls zu setzen, es nicht soweit kommen zu lassen."

 

"Ich würde gerne eine Geschichte des 21. Jahrhunderts schreiben, wie wir die Kurve kriegen und alles gut wird. Wenn ich nur wüsste, wie das geht ..."

 

"Für mich ist der Roman die Königsdisziplin."

 

Ein langgehegter Wunsch ging in Erfüllung: Dialog mit Andreas Eschbach.

 

Shownotes and Links

 

 

Meine Lieblingsbücher von Andreas Eschbach 

1. Herr aller Dinge

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Als er und Charlotte sich Jahre später wieder begegnen, sieht er dies als Zeichen des Himmels, dass sie beide schicksalhaft miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt in einem Maße zu verändern, wie dies noch nie zuvor jemand versucht hat – denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen. 

Er ahnt nicht, worauf er sich einlässt. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine hoch entwickelte Zivilisation gegeben – und sie hat das schrecklichste Verbrechen des Universums begangen …

 

2. Black Out

Eine Welt, in der niemand mehr allein ist. Ein 17-Jähriger, dessen Wissen Dynamit ist. Und eine Jagd, die beispiellos bleiben wird. 

Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik – ist das in den heutigen USA überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt. 

Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären? Jederzeit? Würde dann nicht Frieden und Einigkeit auf Erden herrschen? Wäre der Mensch dann endlich nicht mehr so entsetzlich allein? Oder könnte dadurch eine Bedrohung entstehen, größer als alles, was die Welt je gesehen hat? 

 

3. Eine Billion Dollar

Gestern fuhr John Fontanelli noch Pizzen in New York aus. Heute ist er der reichste Mann der Welt. Reicher als Bill Gates. Reicher als der Sultan von Brunei. Reicher als die zweihundert reichsten Menschen der Erde - zusammen. 

Eine Billion Dollar. Das sind eintausend Milliarden, eine Million Millionen - mehr Geld, als man sich überhaupt vorstellen kann. Und doch ist dieses Vermögen ganz einfach entstanden, durch Zins und Zinseszins - und viel, viel Zeit. Es ist die Hinterlassenschaft eines fernen Vorfahren, eines Kaufmanns namens Giacomo Fontanelli, der im Florenz der Medici lebte und eine Vision hatte: daß sein Vermögen einst dazu bestimmt sei, der Menschheit die verlorene Zukunft zurückzugeben. Fünfhundert Jahre lang hat die italienische Anwaltsfamilie Vacchi dieses Vermögen gehütet und sich mehren lassen. Bis zu jenem Tag, den der Stifter in seinem Testament festgelegt hat. An diesem Tag machen sie John Salvatore Fontanelli zum reichsten Mann aller Zeiten. 

Und dann meldet sich ein geheimnisvoller Unbekannter, der behauptet, zu wissen, was es mit dem Vermögen des Giacomo Fontanelli und seiner Prophezeiung tatsächlich auf sich hat... 

 

Mein Dank gilt Andreas Eschbach für eine Erinnerung an ein, ähm, intensives Gespräch in einem sehr stillen Raum. Sowie meinem Freund und Brother in Crime, Frank Sonder.