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011: Disruption - Die neuen Spielregeln

Richard Gutjahr
Special Guest Richard Gutjahr

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Richard Gutjahr
011: Disruption - Die neuen Spielregeln

Mit neuen Technologien und damit einhergehenden Veränderungen können die meisten Organisationen nur schwer Schritt halten. "Was gestern noch ein Kündigungsgrund war, ist heute die neue Leitlinie," berichtet Interview-Gast Richard Gutjahr aus seinen Erfahrungen in deutschen Medienorganisationen. Über Jahrzehnte gewachsene Konventionen und Regeln verhindern nicht nur Innovation, sondern auch die Fähigkeit aufstrebende Konkurrenten als solche wahrzunehmen. Immer wieder lässt sich dann bei den alteingessenen Playern das gleiche Verhaltensmuster beobachten: Ignorieren, belächeln, bekämpfen - und am Ende unterliegen.
 

 

In dieser Episode

  • Werbeunabhängiger Jornalismus: Was ist Krautreporter?
  • Die Kunst zu scheitern - und wieder aufzustehen
  • Neue Ideen in alten Organisationen
  • Wie man auf Disruption reagieren kann
  • Entbündelter Content & Micropayments: Laterpay
 

Über Richard Gutjahr

Richard Gutjahr arbeitet als Journalist und selbstständiger Blogger - für das öffentlich-rechtliche Fernsehen moderiert er unter anderem die Nachrichtensendung WDR aktuell und die Spätausgabe der BR Rundschau. Weltweite Aufmerksamkeit erlangte er durch den Kauf des ersten iPads, und während des arabischen Frühlings flog er kurzerhand auf eigene Faust nach Kairo um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Neben seinem Blog gutjahr.biz schreibt er regelmäßig für verschiedene Tageszeitungen wie etwa den Berliner Tagesspiegel.

Auf dem Convention Camp 2012 führte Richard Gutjahr ein spontanes Interview mit Julian Assange.

 

Ausbildung

Richard Gutjahr hat Politik und Kommunikationsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität studiert. Parallel dazu besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München (32. Lehrredaktion). Seine ersten Praxiserfahrungen machte er bei Radio Gong in München (1992-1996), bei der Süddeutschen Zeitung (1996-1998) sowie als Netz-Moderator bei der TV-Diskussionssendung „Live aus dem Alabama“ (1995-1998). Es folgten Auslands-Praktika beim „Provençal“ in Aix-en-Provence (1997) und bei CNN in Washington (1998). 

Berufliche Laufbahn

Seitdem ist Gutjahr freier Mitarbeiter bei der ARD, hat über 20 Jahre Nachrichten- und Magazinsendungen beim Bayerischen Rundfunk (Radio und TV) und dem Westdeutschen Rundfunk moderiert. In zahlreichen Wahl- und Sondersendungen berichtete er live für das Erste Deutsche Fernsehen (ARD), u.a. für Tagesschau, Tagesthemen, Brennpunkt sowie den ARD-Weltspiegel. 

Daneben schreibt / schrieb Gutjahr für zahlreiche Zeitungen, Magazine und Fachzeitschriften, darunter die Rheinische Post, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Berliner Tagesspiegel oder den SPIEGEL. In der Münchner Abendzeitung hatte er über mehrere Jahre seine eigene Netz-Kolumne.

Auszeichnungen

Für eine Reportage-Reihe zu den Hartz-Reformen wurde Gutjahr 2006 mit dem Ernst-Schneider-Preis für herausragenden Wirtschaftsjournalismus ausgezeichnet. Zeit Online kürte ihn 2011 zum Netzjournalist des Jahres. Das Medium Magazin erklärte ihn gleich zweimal zum Journalisten des Jahres (Newcomer, 2011 und Reporter, 2. Platz, 2016).

Das Grimme-Institut hat 2013 mit der Nominierung von Richard Gutjahr zum ersten Mal in der Geschichte des Grimme Online Awards die persönliche Leistung einer Einzelperson gewürdigt: „Die demokratische Gesellschaft profitiere von seinen Analysen, Impulsen und den von ihm initiierten Projekten (…)“ (Jury-Begründung).

Darunter zum Beispiel die Open-Data-Plattform LobbyPlag, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lobby-Einflüsse in Gesetzgebungsverfahren sichtbar zu machen. Zusammen mit dem Team von Open Data City wurde Gutjahr 2013 mit dem World Summit Award der Vereinten Nationen (UN) ausgezeichnet.

 

Seine Projekte

Krautreporter

"Der Online-Journalismus ist kaputt. Weil vielen Medien Klicks wichtiger sind als Geschichten." - das ist die These und Motivation vom Crowdfunding-Projekt Krautreporter, das Sebastian Esser und Alexander von Streit zusammen mit 25 Journalisten auf die Beine gestellt haben. Das Ziel: Ein modernes, von Werbung unabhängiges Online-Magazin. Ähnlich dem niederländischen Vorbild De Correspondent oder Andrew Sullivans Blog The Dish wendet sich Krautreporter zur Finanzierung direkt an die Leser: Innerhalb von 4 Wochen kamen so mehr als 900.000 Euro zusammen, heute sind es schon fast eine Million.

 

Laterpay

 

"In einer vernetzten Welt sollte man sich nicht abschotten, sondern vernetzen", sagt Richard Gutjahr und macht damit klar, warum er nicht viel von Paywalls hält. Zusammen mit dem Startup Laterpay testet er momentan in einem Pilotprojekt auf seinem Blog, wie man Micropayments für digitale Inhalte realisieren kann. Der Clou dabei: Das Bezahlen soll genau so einfach von der Hand gehen wie der Like auf Facebook.

 

Lobbyplag

Lobbyplag macht den Einfluss von Konzernen auf die Gestzgebung in Eurpa transparent: Viele Gesetzestexte übernehmen Formulierungen eins zu eins aus den Vorschlägen von Lobbyisten. Damit Öffentlichkeit und Parlamentarier wissen, worüber da eigentlich abgestimmt wird und wer Urheber der Gesetzestexte ist, nimmt Lobbyplag diese ganz genau unter die Lupe.

 

Mehr über Richard erfahrt Ihr auf seinem Blog und auf Twitter.

 

Aus der Show & weitere Infos

Richard hat es in der Show empfohlen: Dieses ungewöhnliche 3-Minuten Video veranschaulicht ausgezeichnet, wie sich neue Ideen verbreiten:

First Follower - Leadership Lessons from Dancing Guy

 

Eine Einführung in das Thema Disruption bietet der Artikel im aktuellen neuwaerts Marketing-Blog trafo 'Disruption: Hype oder ultimative Formel des Wandels?' von neuwaerts Autor Michael Bracklo. Dort beschäftigen wir uns intensiver mit dem Artikel 'The Disruption Machine - What the gospel of innovation gets wrong' von Jill Lepore im New Yorker Magazin.

In diesem Kontext absolut hörenswert ist die Episode 26 des Marketing Companion Podcast 'Using Disruption as a Business Strategy' von Mark Schaefer und Tom Webster.

 

Prototyping in Progress - der Podcast jetzt auch mit Bild

Das Skypeinterview mit Richard Gutjahr haben wir aufgezeichnet und wer uns beide nicht nur hören, sondern auch mal sehen will, der kann auch mal einen Blick ins parallele Webcast-Video im neuen MoTcast YouTube Channel werfen (#ungeschminkt). Wenn's gefällt, machen wir das gern öfter in Zukunft.
 

 

 

Kinder, wie die Zeit vergeht

Der MoTcast ist jetzt schon 5 Jahre als (!) - can you believe it!? Als kleines Schmankerl hier das Bildmaterial von damals, als Richard und ich noch etwas jünger waren und der MoTcast noch neuwaerts.fm hieß ;).